Montag, 14. März 2016

Von alten Gefängniszellen und gutem Essen (Melbourne Edition)


Die letzten vier Tage war ich mit meiner Gastfamilie in Melbourne (Donnerstagmorgen sind wir von Cairns aus losgeflogen und Sonntagabend gings wieder zurück) und es war unglaublich. Ich hab von vielen Leuten gehört wie schön Melborune sein soll, aber trotzdem hat mich die Stadt ziemlich beeindruckt. Zum einen vermutlich, weil ich knapp die letzten zwei Monate in einem relativ kleinen Ort mit gerade mal 6,000 Einwohnern verbracht hab, zum anderen aber, weil die Stadt einfach wunderschön ist. Verglichen zu sehr vielen anderen Großstädten ist Melbourne extrem sauber und das Essen ist einfach fantastisch, was der Hauptgrund ist warum wir die meiste Zeit mit essen (und shoppen, was auch kein Wunder ist, wenn man in einem Ort lebt der etwa drei Klamotten Läden hat) verbracht haben. Vorallem asiatische Restaurants finden man an jeder Ecke, weshalb wir an drei von vier Abenden Asiatisch essen waren.

Für alle die planen nach Melbourne zu fahren und auch für alle anderen, um sie davon zu überzeugen, DASS es sich lohnt nach Melbourne zu fahren habe ich die besten Dinge, die wir uns angeschaut haben ein wenig zusammen gefasst: 


Eureka Sky Deck
Das Sightseeing Highlight schlecht hin und ganz sicher keine Geheimtipp mehr, aber die Aussicht ist unglaublich, sodass sich auch die knapp 20$ Eintritt wirklich lohnen. Das Skydeck des Eureka Tower ist eines der Dinge, die man sich auf jeden Fall angeguckt haben sollten wenn man in Melbourne war.


Melbourne Museum
Ein Museum mit wechselnden Austsellungen in dem wirlich jeder etwas findet, dass ihn interessiert. Von Dinosaurierskeletten über Aboriginal Geschichte bis hin zu einem echten kleinen Wald ist von allem etwas dabei. Mir persönlich hat die Austellung über Insekten und Anatomie am besten gefallen. Der Eintritt ist für Kinder bis 16 frei und kostet für Erwachsene 19$.

https://museumvictoria.com.au/melbournemuseum/

Queen Victoria Markets

Der berühmteste Markt Melbournes und vermutlich ganz Victorias. Neben Unmengen an frischem Obst, Gemüse, Fleisch und Fisch gibt es eine fast noch größere Auswahl an Kleidung, Taschen, Schmuch, Souveniers und verschiedenstem Kunsthandwerk. Zwischen einer Menge Ramsch findet man aber auch hochwertige und vorallem einzigartige Produkte. Am besten kommt man gleich zum Frühstück her, denn an gutem Essen gibt es wie immer mehr als genug.

http://www.qvm.com.au/ 

St. Kilda
Ein kleiner Vorort, der offiziell garnicht mehr zu Melbourne gehört, den man sich aber trotzdem angeguckt haben sollte. Bei sonnigem Wetter der perfekte Ort für einen faulen Tag am Strand, aber auch sonst lohnt sich ein Abstecher. Entlang der Hauptstraße reiht sich eine Kuchenbäckerei an die andere, so dass man sich garnicht entscheiden kann aus welchem Schaufenster man sich etwas kaufen will. Nicht immer ganz billig aber auch die 9$ für ein Stück Kuchen sind hier gut investiert. Außerdem der perfekte Ort zum shoppen wenn man etwas anderes als die immer gleichen großen Modeketten will. Von Teuren Boutiquen bishin zum autentischen Hippieladen findet man hier fast alles was das Herz begehrt.

Old Melbourne Goal


Für 25$ kann man sich kann man sich von einem "Sargeant" als Gefangener behandeln lassen und für kurze Zeit in einer historische Gefängniszelle einsperren lasse. Neben dieser etwas außergewöhnlichen Erfahrung bekommt man spannende Infos zum Leben im Gefängnis im 19ten und 20ten Jahrhuntert und kann sich das gesamte Gebäude angucken. Ziemlich beeindruckend und auf jeden Fall das Geld wert.

http://www.oldmelbournegaol.com.au/ 

South East Asia Food Festival
Zwar keine dauerhafte Einrichting aber trotzdem ein Tipp immer auf aktuelle Festivals und Events zu achten. Dieses haben wir sehr spontan auf der Suche nach einem Restaurant gefunden und es war so gut, dass wir am nächsten Tag zum Frühstück gleich wiedergekommen sind. Von Thailand über Malaysia bis hin zu Indonesien war fast jedes Land vertreten. Außerdem gab Live Musik und natürlich Unmengen an gutem Essen, so dass man sich garnicht entscheiden konnte, was man nehmen soll.

 

Mittwoch, 2. März 2016

Von Schwächen und der Kunst glücklich zu sein

Obwohl ich erst (oder sollte ich viel mehr sagen schon?) seit einem Monat in Australien bin, fühle ich mich, als hätte mir die Zeit schon so viel gebracht, als hätte ich schon so viel gelernt.
Ich habe gelernt, die einfachen Dinge wertzuschätzen und dass es nicht viel ist was man braucht um glücklich zu sein, aber dass man auch im Paradies unglücklich sein kann, dass einen nichts und niemand glücklich machen kann, wenn man nicht glücklich sein will.
Und das ein Paradies nicht immer wie ein Paradies aussehen muss.
Aber es wäre auch ein bisschen zu einfach bloß zu sagen, wir müssen nur wollen, obwohl es das eigentlich schon ziemlich gut trifft.
Wir müssen auch wollen dürfen und können und ich bin so unendlich dankbar dafür, dass ich konnte und durfte.

Es ist nicht so, dass man sich plötzlich verändert, nur weil man weg von Zuhause ist.
Als ich hier angekommen bin war ich das gleiche Mädchen wie das, was in Hamburg losgeflogen ist. Mit den gleichen Stärken und auch mit den gleichen Schwächen und Problemen.

Aber mit der Zeit merkt man, dass man diese Schwächen überwinden muss, um die Zeit genießen zu können.
Man muss sich manchmal dazu zwingen, auf die Leute zuzugehen und sie anzusprechen, aber ich habe schnell gelernt, dass man eigentlich ziemlich wenig zu verlieren hat.
Ich habe auch gelernt, mich selbst dafür verantwortlich zu machen, wie ich mich fühle. Manchmal scheint es, als hätten alle um einen herum mehr Spaß und ein interessanteres Leben, als wären alle um einen herum glücklicher. ich kenne diese Gefühl auch.
Und selbst wenn das stimmt, selbst wenn deren Leben interessanter ist, (was meistenst nicht mal stimmt, wir versuchen doch alle nur unsere interessante, unsere lustige und spontane Seite zu zeigen) dann nur weil sie es sich interessant gemacht haben.

Ich habe gelernt, dass mein Leben nicht umbedingt interessanter wird, dass ich nicht umbedingt glücklicher bin, nur weil ich am anderen Ende der Welt bin.
Hier zu sein ist eine Chance, glücklich zu sein, aber ich bin diejenige, die herausfinden muss, was mich glücklich macht, diejenige, die diesen Weg gehen muss.

Aber das wichtigste was ich hier bisher gelernt habe ist, zu wissen wer ich bin und das zu lieben und zu akzeptieren wie es ist.
Allein das macht einen schon so viel glücklicher.