Mein Schulalltag beginnt um 7:15, dann klingelt mein Handy und weckt mich, wenn ich nicht schon vorher von der Morgensonne aufgewacht bin. Meistens stehe ich gegen halb acht auf und gehe duschen. Meine Gastmutter macht uns Smoothies zum Frühstück und ich packe meine Lunchbox für die Schule. Meistens die Reste vom gestriegen Dinner oder irgendetwas anderes essbares, was ich im Kühlschrank finde. Gegen halb neun kommt ein Freund meines Gastbruder und nimmt uns in seinem Auto mit zur Schule oder wir fahren bei den Nachbarn mit.
Um 8:50 beginnt dann offizell die Schule.
In den ersten paar Minuten liest der Lehrer die Ankündigung für den heutigen Tag vor, meist geht es um Treffen verschiedenster Clubs oder einzelne Schüler werden gebeten irgendeinen Lehrer in der Pause aufzusuchen. Eine Stunde geht 70 Minuten und wir haben nach der zweiten und der dritten Stunde je 50 Minuten Pause.
Ein Freitag wie heute beginnt mit Drama. Immoment bereiten wir uns auf unsere erste Prüfung vor, in der es um Directing geht. 10 Minuten lang müssen wir mit Schülern aus unserem Kurs eine Szene üben, die wir uns selbst aussuchen können, wobei wir die Rolle des Regisseurs übernehmen und Anweisungen zum Spiel, dem Ausdruck, der Positionierung auf der Bühne und so weiter geben müssen. Wir haben 4 verschiedene Stücke zur Auswahl und diese Woche haben wir uns hauptsächlich mit dem Lesen unseres Stücks und der Auswahl einer Szene beschäftigt.
In der zweiten Stunde habe ich Mathe, was, obwohl ich Maths B, also den mittelschweren Mathekurs haben, ziemlich leicht ist und wir den Großteil des Stoffs schon vor zwei Jahren in Deutschland gemacht haben.
Nach weiteren siebzig Minuten haben wir dann endlich Pause und ich treffe mich mit meinen Freundinnen draußen, wo wir uns meistens einfach auf eine Bank setzen und essen und reden.
Nach fünfzig Minuten habe ich dann Englisch, wo wir immoment das Thema Life Writing haben. Das heißt wir lesen und analysieren autobiographische Texte und gerade sind wir dabei einen über unser eigenes Leben zu schreiben. Anstatt vollkommen konzentriert an unseren Texten zu arbeiten unterhalten wir uns aber lieber mehr oder weniger unaffällig über verschiedenste Leute und das bervorstehende Wochenende. Nach siebzig Minuten kreativster Arbeitszeit klingelt es ein weiteres Mal zur nächsten Pause, die an Freitagen aus einem Drama Club Treffen besteht. Wir bekommen unser Skript und die Rollen zugeteilt, das heißt alle anderen bekommen ihre Rollen zugeteilt. Mein Problem ist nämlich, dass unsere Performances drei Wochen nach meinem Abreisedatum sind und ich von der Schule aus nicht nur für drei Wochen verlängern kann. Wenn dann müsste ich den ganzen dritten Term hier verbringen. Also übernehme ich die Rolle des Regisseurs und bitte die Leute, die Performance umbedingt aufzunehmen und mir zu schicken.
In der letzten Stunde habe ich Engineering, also Metallarbeit. Wir sind nur drei Mädchen in dem Kurs und meistens ist eine der beiden oder sogar beide aufeinmal nicht da. Dieses Semester bauen wir eine Werkzeugkiste aus Metall aber heute machen wir nur Theorie, was relativ langweilig ist.
Um drei Uhr klingelt es dann ein letztes Mal und wir sind für die nächsten zwei Tage ins Wochenende entlassen.
Donnerstag, 18. Februar 2016
Dienstag, 9. Februar 2016
Von Ängsten und leuchtenen Skorpionen
Ein Wochenende voll unvergesslicher Erinnerungen liegt hinter mir. Ich habe Wallabies gefüttert und Schlagen auf dem Arm gehabt, ich bin durch Regenwälder gegangen und habe Wasserfälle besichtigt. But first things first.
Der letzte Sonntag stand zu meiner freien Verfügung. Die Woche zuvor waren meine Gastmutter und ich in Atherton´s Touristeninformation, damit ich mir einen Überblick verschaffen kann, was man in der Gegend alles machen kann. Meine Wahl fiel schließlich auf Kuranda, einem kleinen Ort mit täglichem crafts market, etwa eine Stunde von Atherton, und die Barron Falls.
Die Sonne scheint bereits, als wir morgens das Haus verlassen und es verspricht, ein heißer Tag zu werden. In Kuranda angekommen ist es um die 27 Grad und es ist gerade mal 10 Uhr. Wir schlendern durch die vielen kleinen Läden und über den Kuranda Market und werden beide fündig, meine Gastmutter sogar gleich zweimal. Nach unserer Shoppingtour kaufen wir zur Erfrischung kalte Getränke und Kim beschließt, dass es Zeit ist, sich einer ihrer Ängste entgegen zu stellen: Schlangen.
Wir gehen in eine Art Zoo, der ausschließlich
Schlangen, Spinne und Skorpione zeigt. Ein Mitarbeit erzählt uns etwas
über die verschiedenen Tierearten und zeigt uns Dinge von denen ich noch
nie in meinem Leben gehört habe. Wir erfahren zum Beispiel, dass Skorpione unter
Schwarzlicht grünlich leuchten. Dann kommt der Moment, der Kim die ganze
Zeit einwenig nervös gemacht hat, aber sie zieht nicht zurückt. Ich
selbst habe auch noch nie eine Schlange angefasst und bin überrascht wie weich
sich die Haut anfühlte. Kim sieht zwar nicht ganz so begeistert aus, aber sie sagt, dass sie mir sicher irgendwann dankbar dafür sein wird, dass ich sie dazu gebracht hab ihre Angst zu überwinden.
Nach diesem ziemlich interessanten Erlebniss beschließen wir, dass es Zeit für Lunch ist. Wir gehen in ein Deutsches Café, das Bratwürste mit Sauerkraut und deutschem Bier verkauft. Der Eigentümer selbst ist Deutscher und meine Gastmutter scheint eine der wenigen Australier dort zu sein, der Rest sind alles Deutsche, die um die halbe Welt gereist sind um dann Deutsch essen zu gehen.
Verrückte Touristen.
Mittlerweile sind es 34 Grad, die Sonne scheint vom beinahe wolkenlosen Himmel und wir beschließen weiter in Richtung Barron Falls zu fahren, die nur etwa zehn Minuten entfernt sind. Wir sind fast die einzigen dort und auf unserem Weg durch den Regenwald sind wir ganz alleine. Ich bin vollkommen fasziniert von all den Geräuschen und Farben, die ich vorher noch nie so gesehen oder gehört habe.
Die Barron Falls haben zwar nicht besonders viel Wasser, sind aber trotzdem ziemlich schön. Als wir wieder zurück am Auto sind ist es bereits nach 4 Uhr, und wir bemerken erst jetzt, wie lange wir schon unterwegs sind. Kim fragt mich, ob ich mir noch den Granite Gorge Park angucken möchte und ich sage ja. Auf dem Weg dorthin sind wir uns allerdings nicht ganz sicher, wie lange dieser noch geöffnet hat und nach ergebnisloser Suche im Internet rufen wir an, um zu erfahren, dass wir noch bis halb sechs Zeit haben. Der Nationalpark ist besonders berühmt für seinen sogenannten Wallabie Rock. Am Eingang kann man für einen Dollar eine Hand voll Wallabiefutter mitnehmen und diese dann damit füttern.
Die Tiere sind offensichtlich so gewöhnt an die Touristen, dass sie überhaupt keine Scheu haben, einzig und allein die umherlaufenen Pfaue machen ihnen ein wenig Angst. Nachdem all unser Futter verteilt ist, gehen wir noch ein wenig weiter im Park umher und setzen uns an einen See. Es ist fast vollkommen still und ab und zu sieht man eine Wasserschildkröte auftauchen.
Um diesen ergnisreichen Tag abzuschließen, gehen wir noch ein Eis essen und am frühen Abend sind wir schließlich wieder Zuhause.
Kim hat heute ihre Angst vor Schlangen überwunden, was sie zu recht ziemlich stolz macht. Wir alle haben Ängste und das ist auch gut und richtig so. Ich habe selbst Angst vor so vielen Dingen da draußen, manche Ängste davon sind berechtigt, andere erscheinen ziemlich sinnlos. Ehrlich gesagt hatte ich auch ein wenig Angst vor meiner Zeit in Australien, aber es hat sich herausgestellt, dass diese vollkommen unberechtigt war und ich bin froh, dass sie mich nicht daran gehindert hat, all die wundervollen Dinge zu tun, die ich hier erleben darf.
Denn schließlich ist das Überwinden unserer Ängste das, was uns so stark macht.
Der letzte Sonntag stand zu meiner freien Verfügung. Die Woche zuvor waren meine Gastmutter und ich in Atherton´s Touristeninformation, damit ich mir einen Überblick verschaffen kann, was man in der Gegend alles machen kann. Meine Wahl fiel schließlich auf Kuranda, einem kleinen Ort mit täglichem crafts market, etwa eine Stunde von Atherton, und die Barron Falls.
Die Sonne scheint bereits, als wir morgens das Haus verlassen und es verspricht, ein heißer Tag zu werden. In Kuranda angekommen ist es um die 27 Grad und es ist gerade mal 10 Uhr. Wir schlendern durch die vielen kleinen Läden und über den Kuranda Market und werden beide fündig, meine Gastmutter sogar gleich zweimal. Nach unserer Shoppingtour kaufen wir zur Erfrischung kalte Getränke und Kim beschließt, dass es Zeit ist, sich einer ihrer Ängste entgegen zu stellen: Schlangen.
Nach diesem ziemlich interessanten Erlebniss beschließen wir, dass es Zeit für Lunch ist. Wir gehen in ein Deutsches Café, das Bratwürste mit Sauerkraut und deutschem Bier verkauft. Der Eigentümer selbst ist Deutscher und meine Gastmutter scheint eine der wenigen Australier dort zu sein, der Rest sind alles Deutsche, die um die halbe Welt gereist sind um dann Deutsch essen zu gehen.
Mittlerweile sind es 34 Grad, die Sonne scheint vom beinahe wolkenlosen Himmel und wir beschließen weiter in Richtung Barron Falls zu fahren, die nur etwa zehn Minuten entfernt sind. Wir sind fast die einzigen dort und auf unserem Weg durch den Regenwald sind wir ganz alleine. Ich bin vollkommen fasziniert von all den Geräuschen und Farben, die ich vorher noch nie so gesehen oder gehört habe.
Um diesen ergnisreichen Tag abzuschließen, gehen wir noch ein Eis essen und am frühen Abend sind wir schließlich wieder Zuhause.
Kim hat heute ihre Angst vor Schlangen überwunden, was sie zu recht ziemlich stolz macht. Wir alle haben Ängste und das ist auch gut und richtig so. Ich habe selbst Angst vor so vielen Dingen da draußen, manche Ängste davon sind berechtigt, andere erscheinen ziemlich sinnlos. Ehrlich gesagt hatte ich auch ein wenig Angst vor meiner Zeit in Australien, aber es hat sich herausgestellt, dass diese vollkommen unberechtigt war und ich bin froh, dass sie mich nicht daran gehindert hat, all die wundervollen Dinge zu tun, die ich hier erleben darf.
Denn schließlich ist das Überwinden unserer Ängste das, was uns so stark macht.
Montag, 1. Februar 2016
Von Sonntagen und schönen Aussichten
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