Donnerstag, 18. Februar 2016

Von Schulalltagen und verpassten Aufführungen

Mein Schulalltag beginnt um 7:15, dann klingelt mein Handy und weckt mich, wenn ich nicht schon vorher von der Morgensonne aufgewacht bin. Meistens stehe ich gegen halb acht auf und gehe duschen. Meine Gastmutter macht uns Smoothies zum Frühstück und ich packe meine Lunchbox für die Schule. Meistens die Reste vom gestriegen Dinner oder irgendetwas anderes essbares, was ich im Kühlschrank finde. Gegen halb neun kommt ein Freund meines Gastbruder und nimmt uns in seinem Auto mit zur Schule oder wir fahren bei den Nachbarn mit.
 Um 8:50 beginnt dann offizell die Schule.
In den ersten paar Minuten liest der Lehrer die Ankündigung für den heutigen Tag vor, meist geht es um Treffen verschiedenster Clubs oder einzelne Schüler werden gebeten irgendeinen Lehrer in der Pause aufzusuchen. Eine Stunde geht 70 Minuten und wir haben nach der zweiten und der dritten Stunde je 50 Minuten Pause.
 Ein Freitag wie heute beginnt mit Drama. Immoment bereiten wir uns auf unsere erste Prüfung vor, in der es um Directing geht. 10 Minuten lang müssen wir mit Schülern aus unserem Kurs eine Szene üben, die wir uns selbst aussuchen können, wobei wir die Rolle des Regisseurs übernehmen und Anweisungen zum Spiel, dem Ausdruck, der Positionierung auf der Bühne und so weiter geben müssen. Wir haben 4 verschiedene Stücke zur Auswahl und diese Woche haben wir uns hauptsächlich mit dem Lesen unseres Stücks und der Auswahl einer Szene beschäftigt.
In der zweiten Stunde habe ich Mathe, was, obwohl ich Maths B, also den mittelschweren Mathekurs haben, ziemlich leicht ist und wir den Großteil des Stoffs schon vor zwei Jahren in Deutschland gemacht haben.
Nach weiteren siebzig Minuten haben wir dann endlich Pause und ich treffe mich mit meinen Freundinnen draußen, wo wir uns meistens einfach auf eine Bank setzen und essen und reden.
Nach fünfzig Minuten habe ich dann Englisch, wo wir immoment das Thema Life Writing haben. Das heißt wir lesen und analysieren autobiographische Texte und gerade sind wir dabei einen über unser eigenes Leben zu schreiben. Anstatt vollkommen konzentriert an unseren Texten zu arbeiten unterhalten wir uns aber lieber mehr oder weniger unaffällig über verschiedenste Leute und das bervorstehende Wochenende. Nach siebzig Minuten kreativster Arbeitszeit klingelt es ein weiteres Mal zur nächsten Pause, die an Freitagen aus einem Drama Club Treffen besteht. Wir bekommen unser Skript und die Rollen zugeteilt, das heißt alle anderen bekommen ihre Rollen zugeteilt. Mein Problem ist nämlich, dass unsere Performances drei Wochen nach meinem Abreisedatum sind und ich von der Schule aus nicht nur für drei Wochen verlängern kann. Wenn dann müsste ich den ganzen dritten Term hier verbringen. Also übernehme ich die Rolle des Regisseurs und bitte die Leute, die Performance umbedingt aufzunehmen und mir zu schicken.
In der letzten Stunde habe ich Engineering, also Metallarbeit. Wir sind nur drei Mädchen in dem Kurs und meistens ist eine der beiden oder sogar beide aufeinmal nicht da. Dieses Semester bauen wir eine Werkzeugkiste aus Metall aber heute machen wir nur Theorie, was relativ langweilig ist.
Um drei Uhr klingelt es dann ein letztes Mal und wir sind für die nächsten zwei Tage ins Wochenende entlassen.

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