Seit zwei Tagen gehe ich hier offiziell zur Schule.
Es ist anders als in Deutschland, allein die Auswahl an Fächern unterscheidet sich enorm.
Die Fächer in Australien sind, zumindest in den letzten zwei Jahren, viel praktischer und berufsorientierter. Man kann frei wählen, nur Mathe und Englisch sind Pflicht. Für die restlichen vier Fächer gibt es keinerlei Vorgaben. Es gibt hier ganz "normale" Fächer, wie Physik, Biologie und Geschichte aber auch Fächer wie Landwirtschaft, Tischlern und Astrophysik.
Die Kurse, die ich belege sind Drama, Film Television & New Media, Engineering (Metallarbeit), Home Economics (quasi wie Hauswirtschaftslehre) und eben Englisch und Mathe.
Für meine ersten Tage habe ich eine Art Buddy bekommen, jemand der mir zeigt wo alles ist und mir ein paar Leute vorstellt. Ich bin die einzige Austauschschülerin in meinem Jahrgang, was gut ist, weil es mich zwingt, gleich in Kontakt mit Australiern zu kommen und mir nicht erlaubt, mich auf die anderen Internationals zu fixieren.
Es ist schon merkwürdig.
An einem Tag kennt man alles was man
sieht, einem fällt gar nicht mehr auf, wie gut man die Dinge um sich
herum kennt, wie vertraut einem alles ist, und am nächsten Tag steht man
ganz alleine da, ohne all diese Dinge und merkt plötzlich was davon man
wirklich braucht und was überhaupt nicht.
Genauso fühle ich mich
gerade. In Deutschland habe ich meine Leute, die mich kennen, die ich
kenne, meine Orte, an denen ich mich auskenne. Und hier in Australien
hab ich nichts davon. Aber das fühlt sich nicht schlecht an, nein, ganz
im Gegenteil, das fühlt sich wunderbar an. Es ist genau das, was
ich wollte.
Sicher, es gibt Momente in denen ich gerne meine vertraute
kleine Welt wiederhaben will, aber diese Momente sind nicht oft.
Es
ist wenig was man braucht um zu leben, um sich irgendwo Zuhause zu
fühlen, das habe ich schon jetzt, nur eine Woche von dem was ich bisher
Zuhause genannt habe, erkannt.
Donnerstag, 28. Januar 2016
Samstag, 23. Januar 2016
Von Träumen und toten Kängurus
| Butterflygarden am Singapur Airport |
Seit ich zur Grundschule gehe, war es immer mein Traum nach Australien zu fliegen und finally, here I am, in Australia.
Nach mehr als dreißig Stunden Flug mit weniger als 4 Stunden Schlaf bin ich da. In Cairns am Flughafen hat mich die Mitbewohnerin meiner Gastmutter abgeholt. Anderthalb Stunden ging es durch Regenwälder, hoch in die Atherton Tablelands. Der Ort Atherton ist relativ klein, aber ich wollte ja etwas anderes als Zuhause in Hamburg. Das Wetter ist traumhaft, aber ein bisschen zu warm, vorallem, wenn man gerade aus dem deutschen Winter kommt. Mit meinem Englisch klappt es erstaunlich gut, auch wenn manche Australier einen so krassen Akzent haben, dass ich selbst beim dritten mal nachfragen nichts verstehe.
Ich glaube ich bin in der verrücktesten Gastfamilie Australiens gelandet. Meine Gastmutter Kim hat gesagt, sie gibt mir eine Woche, dann bin ich genauso verrückt wie der Rest der Familie. We´ll see. Zu meiner neuen Familie gehört außerdem ein ziemlich wuseliger Cockerspaniel, Dudley, der gerade unter meinem Bett liegt und sich vom Ventilator kühlen lässt, weil ihm mindestens genauso warm ist wie mir.

Die Schule fängt erst am Mittwoch an und ehrlich gesagt bin ich ziemlich nervös was das angeht. Immerhin kenne ich da niemanden und keiner kennt mich, aber mir wurde gesagt, dass meine International Coordinator sehr nett sein soll, was mich ein wenig beruhigt hat.
Gestern hatten wir Lunch in Mareeba, einem Nachbarort von Atherton. Auf dem Weg dorthin habe ich meine ersten wildlebenden Kängurus gesehen. Obwohl sie ehrlich gesagt nicht besonders lebendig waren, sondern überfahren am Straßenrand lagen.
Bei diesem Wetter kann man eigentlich nicht viel mehr machen als faul herumzuliegen, aber Kim sagt, wenn sie eins nicht ausstehen kann, dann sind das faule Menschen. Also haben wir gestern Yoga im Garten gemacht, sind heute morgen einmal quer durch den Ort gelaufen (es ist erstaunlich wie weit Australier in FlipFlops laufen können) um bei ihrem Bruder (den alle nur Fatty nennen) zu frühstücken und später gehen wir zu einem See, schwimmen.
Man könnte also sagen, dass ich hier insgesamt ziemlich glücklich hier bin, auch wenn ich bestimmt noch ein paar Wochen brauche um mich entgültig einzuleben.
Freitag, 15. Januar 2016
Von Abschieden und den letzten Tagen vor meiner Abreise
In fünf Tagen geht es los und langsam merke ich, dass es nicht mehr lange ist, bis ich mich von all dem hier verabschieden muss.
Ich hasse Abschiede. Ich hasse das Gefühl, mich von vertrauten Dingen zu lösen.
Ich hasse es geliebte Sachen gehen zu lassen.
Aber irgendwie ist auch jeder Abschied ein Neuanfang. Und ich liebe Neuanfänge.
Ich liebe das Gefühl, auf eine unbemalte Leinwand, auf ein leeres Buch zu schauen.
Ich liebe es, von null anzufangen.
Ich liebe es, selbst bestimmen zu können, wo ich hin will.
Ich liebe das Ungewisse, die Überraschung, die Aufregung.
Ich liebe es, nicht zu wissen was kommt.
Ich liebe den Blick in die Ferne und das Abenteuer, das dort auf mich wartet.
Mein Aufenthalt in Australien wird ein Abschied sein.
Ein Abschied von vertrauten Personen, Gewohnheiten, von meinem Zuhause.
Ein Abschied von all den mir so bekannten Dingen.
Ein Abschied von Deutschland. Zumindest für fünf Monate.
Und es wird ein Neuanfang sein.
Eine Chance, neue Dinge auszuprobieren.
Eine Chance, zu erfahren wo ich wirklich hinwill.
Eine Chance, das bisher größte Abenteuer meines Lebens zu erleben.
Ich hasse Abschiede. Ich hasse das Gefühl, mich von vertrauten Dingen zu lösen.
Ich hasse es geliebte Sachen gehen zu lassen.
Aber irgendwie ist auch jeder Abschied ein Neuanfang. Und ich liebe Neuanfänge.
Ich liebe das Gefühl, auf eine unbemalte Leinwand, auf ein leeres Buch zu schauen.
Ich liebe es, von null anzufangen.
Ich liebe es, selbst bestimmen zu können, wo ich hin will.
Ich liebe das Ungewisse, die Überraschung, die Aufregung.
Ich liebe es, nicht zu wissen was kommt.
Ich liebe den Blick in die Ferne und das Abenteuer, das dort auf mich wartet.
Mein Aufenthalt in Australien wird ein Abschied sein.
Ein Abschied von vertrauten Personen, Gewohnheiten, von meinem Zuhause.
Ein Abschied von all den mir so bekannten Dingen.
Ein Abschied von Deutschland. Zumindest für fünf Monate.
Und es wird ein Neuanfang sein.
Eine Chance, neue Dinge auszuprobieren.
Eine Chance, zu erfahren wo ich wirklich hinwill.
Eine Chance, das bisher größte Abenteuer meines Lebens zu erleben.
Samstag, 2. Januar 2016
Von Mut und meiner Entscheidung nach Australien zu gehen
Mut bedeutet nicht, Dinge zu tun die noch nie ein anderer getan hat. Mut bedeutet Dinge zu tun, die man selbst nie für möglich gehalten hat. Mut ist etwas sehr persönliches. Für den einen ist es schon mutig, wenn er vom Drei-Meter-Brett im Schwimmbad springt, der andere braucht eine Klippe, um diesen Sprung Mut zu nennen. Wir sollten also viel weniger andere für ihren Mut beneiden, als unseren eigenen Mut zu bemerken. Und wir sollten mutig sein und Dinge tun, die wir selbst nie für möglich gehalten haben.
Ich bekomme von vielen Leuten zu hören, dass sie es mutig finden, für ein halbes Jahr ins Ausland zu gehen. Bei einer Familie zu wohnen, die ich nicht kenne, in einer Stadt, die ich nicht kenne, wo womöglich kaum einer meine Sprache spricht. Ehrlich gesagt habe ich nie wirklich darüber nachgedacht, ob die Entscheidung, die ich getroffen habe mutig war oder nicht. Ich könnte von meinem jetzigen Zeitpunkt aus nicht mal sagen ob es eine gute Entscheidung war. Allerdings glaube ich auch nicht, dass solch eine Entscheidung richtig oder falsch sein muss, geschweige denn, dass sie es kann. Australien wird mich weiterbringen, da bin ich mir sicher. Was ich nicht weiß ist, in welche Richtung. Aber ich glaube genau das ist das Spannende an so einer Reise.
Ich bekomme von vielen Leuten zu hören, dass sie es mutig finden, für ein halbes Jahr ins Ausland zu gehen. Bei einer Familie zu wohnen, die ich nicht kenne, in einer Stadt, die ich nicht kenne, wo womöglich kaum einer meine Sprache spricht. Ehrlich gesagt habe ich nie wirklich darüber nachgedacht, ob die Entscheidung, die ich getroffen habe mutig war oder nicht. Ich könnte von meinem jetzigen Zeitpunkt aus nicht mal sagen ob es eine gute Entscheidung war. Allerdings glaube ich auch nicht, dass solch eine Entscheidung richtig oder falsch sein muss, geschweige denn, dass sie es kann. Australien wird mich weiterbringen, da bin ich mir sicher. Was ich nicht weiß ist, in welche Richtung. Aber ich glaube genau das ist das Spannende an so einer Reise.
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