Seit zwei Tagen gehe ich hier offiziell zur Schule.
Es ist anders als in Deutschland, allein die Auswahl an Fächern unterscheidet sich enorm.
Die Fächer in Australien sind, zumindest in den letzten zwei Jahren, viel praktischer und berufsorientierter. Man kann frei wählen, nur Mathe und Englisch sind Pflicht. Für die restlichen vier Fächer gibt es keinerlei Vorgaben. Es gibt hier ganz "normale" Fächer, wie Physik, Biologie und Geschichte aber auch Fächer wie Landwirtschaft, Tischlern und Astrophysik.
Die Kurse, die ich belege sind Drama, Film Television & New Media, Engineering (Metallarbeit), Home Economics (quasi wie Hauswirtschaftslehre) und eben Englisch und Mathe.
Für meine ersten Tage habe ich eine Art Buddy bekommen, jemand der mir zeigt wo alles ist und mir ein paar Leute vorstellt. Ich bin die einzige Austauschschülerin in meinem Jahrgang, was gut ist, weil es mich zwingt, gleich in Kontakt mit Australiern zu kommen und mir nicht erlaubt, mich auf die anderen Internationals zu fixieren.
Es ist schon merkwürdig.
An einem Tag kennt man alles was man
sieht, einem fällt gar nicht mehr auf, wie gut man die Dinge um sich
herum kennt, wie vertraut einem alles ist, und am nächsten Tag steht man
ganz alleine da, ohne all diese Dinge und merkt plötzlich was davon man
wirklich braucht und was überhaupt nicht.
Genauso fühle ich mich
gerade. In Deutschland habe ich meine Leute, die mich kennen, die ich
kenne, meine Orte, an denen ich mich auskenne. Und hier in Australien
hab ich nichts davon. Aber das fühlt sich nicht schlecht an, nein, ganz
im Gegenteil, das fühlt sich wunderbar an. Es ist genau das, was
ich wollte.
Sicher, es gibt Momente in denen ich gerne meine vertraute
kleine Welt wiederhaben will, aber diese Momente sind nicht oft.
Es
ist wenig was man braucht um zu leben, um sich irgendwo Zuhause zu
fühlen, das habe ich schon jetzt, nur eine Woche von dem was ich bisher
Zuhause genannt habe, erkannt.
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